
Sonntag morgen 6:00 Uhr. Der Wecker klingelt. Baaah, wer ist auf diese Idee gekommen. Startnummernausgabe von 7 bis 9 Uhr. Start der mittleren und langen Distanz um 10.
Also raus aus dem Bett, frisch machen, noch etwas mampfen und ab Richtung Bahnhof. Kurz nach 8 war Bamberg erreicht. Von dort an noch 10 Kilometer lockeres Einradeln bis Litzendorf in der Fränkischen Toskana. Wer sich den Namen ausgedacht hat weiß ich nicht, vom Wetter jedenfalls stand der Tag dem italienischen Vorbild in nichts nach. Kein Wölkchen, welches das Bild des strahlend blauen Himmels stören konnte.
Im Startort angekommen herrschte bereits wildes Treiben. Überall Bikes in den verschiedensten Ausführungen, von Stahl bis Carbon war alles vertreten. Da war noch eine halbe Stunde bis 9, also fix die Startnummer und den Transponder abgeholt und am Stereo befestigt.
Nach ner halben Stunde gaaanz lockerem hin und her geradel, wurde um halb 10 langsam Aufstellung genommen. Die Profis vorn, der Rest weiter hinten. Da ich die erste der zwei Runden eh in einem für mich noch relativ lockerem Tempo angehen wollte, platzierte ich mich erstmal im hinteren Mittelfeld.

Nachdem die Strecke ihren höchsten Punkt am Geisberg überschritten hatte, ging es erstmal bergab. Über Waldwege, kurze Asphaltpassagen und Schotter schlängelte sich der Weg Richtung Seigelstein, dessen Umrundung nach einem kurzen, aber dafür knackigen Anstieg anstand.

Nun wurde es erstmal flowig. Full Speed ahead ging es auf breiten Waldwegen der nächsten Herausforderung entgegen. Und die kam unerwartet. Hatten die doch tatsächlich nach meiner Streckeninspektion, noch die Route geändert. Da half nur eins, voll in die Eisen und fix runter mit der Kette aufs kleine Kettenblatt. Und das war bitter notwendig. Nach der einleitenden, fiesen 90° Grad Kurve stand man direkt wieder in der nächsten Steigung. Aber kein Problem. Steile Anstiege frisst das Stereo ja am liebsten ;)
Dann hieß es wieder heizen Richtung Hauptsmoorwald. Und da es ja um den Spass ging, wurde jede Kuppe mitgenommen und nicht umfahren, wie langweilig! Langsam kam mir die Strecke auch wieder bekannt vor. Spätestens als ich in der Ferne die Fluten des Baches erkannte, welchen ich bei meiner Inspektion noch möglichst langsam durchfahren habe, wusste ich wieder wie die Stunde geschlagen hat. Doch heute war nix mit langsam, also nochmal Tempo aufnehmen und durch. Lustig. ^^
Der nächste Teil der Strecke bestand zum Großteil nur aus Waldpfaden, nicht besonders anspruchsvoll, aber durch den aufgeweichten Untergrund, der die Stollen förmlich festzuhalten schien, recht Kräfte raubend. Wer hätte da gedacht, dass es nochmal in eine Schlammschlacht ausartet? Doch ca. 5km vor der Zielpassage wurde die Strecke plötzlich unfahrbar. Der Matsch zu tief, links und recht kein vorbeikommen. Da half nix, wieder runter vom Rad, schieben und dabei möglichst nicht weiter als bis zu den Knöcheln versinken. ^^

Hässlich wurde es erst bei Kilometer 65. Wadenkrampf. Au Backe. Dacht schon, dass könnte es jetzt gewesen sein. Doch alles halb so wild. War schon wieder auf dem Weg Richtung Hauptsmoorwald und konnte so beim bergabsurfen das Bein ausgeklinkt etwas dehnen. Nach einer Minute war das schlimmste schon wieder vorbei, Adrenalin sei dank.
Letztendlich hieß es 4 Stunden Fahrtzeit auf 79 Kilometer und knapp 1600 Höhenmeter. Den 20er Schnitt knapp verfehlt. Platz 149 von 227 Startern auf der Langdistanz.
Denke für den ersten MTB Marathon ganz okay ;)
Aja, die Bilder gabs von den Fotografen von Sportograf.
